Normalität

Bis vor knapp einem halben Jahr mussten sich homosexuelle Soldaten auch an folgende halten: Sie mussten ihre sexuelle Orientierung verheimlichen, sonst drohte ihnen die Entlassung. Doch seit September 2011 gehört die „Don’t ask, don’t tell“-Regel der Vergangenheit an. So konnte Dalan Wells nun seinen Freund, Sergeant Brandon Morgan, mit offenen Armen nach seiner Rückkehr aus Afghanistan empfangen. Ein Foto von dem ersten Kuss des Paares machte prompt im Internet die Runde.

Ihre Wiedersehensfreude war groß, genauso wie Ihre Liebe. Und sie hatten keine Lust mehr, sie zu verstecken. Als Sergeant Brandon Morgan nach sechs Monaten von seinem gefährlichen Einsatz in Afghanistan zurückkehrte, fiel er seinem Freund Dalan Wells in die Arme, sprang an ihm hoch und drückte ihm einen dicken Kuss auf den Mund. Ein Freund hielt das freudige Ereignis auf Hawaii per Kamera fest.

US-Richter erlauben Homo-Ehe in Kalifornien

Aus der Zeit Online:

In einem Referendum hatte der Bundesstaat 2008 die gleichgeschlechtliche Ehe verboten. Nun kippt ein Gericht in zweiter Instanz die Entscheidung – wohl erneut vorläufig.

Kalifornische Richter haben sich hinter die gleichgeschlechtliche Ehe gestellt. Ein Berufungsgericht in San Francisco erklärte das bestehende Verbot der Homo-Ehe in dem Westküstenstaat für verfassungswidrig. Der Fall geht seit Jahren durch die Instanzen und könnte nun den Obersten Gerichtshof in Washington erreichen.

Im Mai 2008 hatten die obersten Richter in San Francisco schwulen und lesbischen Paaren die Erlaubnis zum Heiraten erteilt. 18.000 Paare ließen sich trauen, ihre Ehen sind weiterhin gültig. Bei einem Referendum im November 2008 stimmten dann 52 Prozent der Wähler gegen die Homo-Ehe. Das mit dem Referendum verbundene staatliche Verbot wurde später von einem Richter für verfassungswidrig erklärt, da es die Rechte von Schwulen und Lesben einschränke. Dagegen gingen Gegner der Homo-Ehe erneut gerichtlich vor.

 In mehreren US-Bundesstaaten, darunter Connecticut, Massachusetts, Iowa und Vermont, dürfen Schwule und Lesben eine Ehe schließen. Rund 30 der 50 Bundesstaaten haben in ihren Verfassungen festgeschrieben, dass die Ehe ausschließlich eine Sache zwischen Mann und Frau sei. Allerdings haben in Kalifornien und einigen anderen Staaten zusammenlebende Homosexuelle ähnliche Rechte wie heterosexuelle Paare.

Gegner zeigen sich entschlossen zu neuer Klage

Befürworter der Homo-Ehe hatten sich vor dem Gerichtsgebäude in San Francisco versammelt und reagierten mit Jubelrufen auf das Urteil. Die kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala Harris begrüßte die Entscheidung. „Das ist ein Sieg der Fairness, ein Sieg der Gleichberechtigung und ein Sieg der Gerechtigkeit“, sagte sie.

Für die National Gay and Lesbian Task Force, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt, stand fest: Das Urteil bekräftige, „was Millionen von Menschen überall im Land bereits wissen – liebende, einander verpflichtete gleichgeschlechtliche Paare und ihre Familien sollten die Feier und die Verantwortung der Ehe teilen dürfen“.

Heiratswillige Homosexuelle in Kalifornien müssen aber wohl weiter darauf warten, vor den Traualtar treten zu dürfen, da der Rechtsweg für die Gegner noch nicht ausgeschöpft ist. Die erzkonservative Gruppe Family Research Council zeigte sich entschlossen: Die Entscheidung des als besonders liberal geltenden Bundesgerichts in San Francisco komme „nicht überraschend“, sagte Leiter Tony Perkins. „Wir bleiben zuversichtlich, dass am Ende der Oberste Gerichtshof das absurde Argument zurückweisen wird“, dass die Verfassungsväter ein Recht auf Eheschließung für Homosexuelle im Sinn gehabt hätten.

Sollen se doch schauen…

Was ist Liebe? Ein Chemiecocktail: Tausende von Glückshormonen, Endorphinen und anderen Glücklichmachern rasen in gefühlter Lichtgeschwindigkeit durch das Blut, strömen durch die Venen, die Herzkammern und landen letztendlich im Gehirn. Dort wandelt sich dieser Chemiecocktail in ein Gefühl, das für ein Flattern im Bauch sorgt, für Nervosität und letztlich zu dem, was wir alle so sehr mögen: Der Sehnsucht nach einem bestimmten Menschen im Leben.

 Viele Menschen sehen dieses Bindung in dem klassischen Bild: Ein Mann gehört zu einer Frau, sie heiraten, bekommen zwei Kinder, bauen ein Haus, pflanzen einen Baum….Ja ne, is klar! Wenn man die Augen aufmacht, sieht man, dass heutzutage die Familienbilder längst sich gewandelt und verändert haben: Scheidungskinder, alleinerziehende Väter oder Mütter, Patchworkfamilien, Adoptivkinder. Wir leben in einem Spektrum, in dem es das Normbild der 50er schon längst nicht mehr gibt. Warum also wird der Blick so verengt, dass allein Männer auf Frauen fokussiert sind und andersrum?
 Zugegeben, es hat wirklich einige Zeit bei mir gebraucht. Ich fand es schon zu Grundschulzeiten seltsam, dass man nun unbedingt Jungs süß finden muss. Ich spielte lieber mit den Freunden meines Bruders, machte mich gern dreckig und war sprichwörtlich ein Mädchen, dass sich eben mehr wie ein Junge benahm. In der Pubertät dann der kategorische Rückzug, die Selbstfindung. Ich verstand immer noch nicht das Prinzip des Anhimmelns von Boybands, konnte nicht nachvollziehen, dass man Schauspieler wie Brad Pitt toll finden sollte. Bei Schauspielerinnen sah es dann schon anders aus, aber sich einen Reim daraus machen??? Heute sehe ich, dass es immer „Zeichen“, eindeutige Merkmale gab, dass ich Frauen mehr als das sah, als es bei heterosexuellen Frauen der Fall war und ist. Der Prozess dauerte zwei Beziehungen mit Männern, eine davon langjährig. Ich will nicht bestreiten, diesen Mann nie geliebt zu haben. Damit würde ich mich selbst belügen und etwas verleugnen, was doch gewesen ist. Ich liebte ihn, aus tiefstem Herzen und heute noch schätze ich mich glücklich, ihn als guten Freund bezeichnen zu können. Sich auf jemanden verlassen zu können, der einen von Innen und Außen kennt; das weiß ich von Ihm und bin dankbar, dass wir uns noch immer verstehen.
 Dass ich…“anders“ bin, stellte ich nach vielen Spaßflirts und Neckerein Pfingsten 2009 fest. Ich verknallte mich…unsterblich…in eine Frau. Ich wusste von ihr, dass sie lesbisch ist, war fasziniert davon, jemanden kennenzulernen, der sich so für das eigene Geschlecht interessiert. Ich fragte mich in diese „neue Welt“ hinein, lernte mehr dazu, erfuhr Dinge…und war auf einmal mitten in ihr. Ich spürte auf einmal mehr, hatte dieses Flattern im Bauch…und war zutiefst beunruhigt darüber. Noch beunruhigter wurde Ich, als ich mich damals nicht freute, meinen Freund am Bahnhof zu sehen…Eine Zeit des Umbruchs begann in mir…
Und heute…habe ich mich gefunden. Ich wüsste nicht, warum man sich schämen sollte. Der Mensch ist dazu da, um sein Gegenstück zu finden. Niemand behauptet, dass dies nur durch Mann und Frau möglich sei. Seelenverwandtschaft findet sich durch die Seele, nicht den Körper. Sehr philosophisch, ja, vielleicht… Und trotzdem auch passend. Es ist wichtig, mit sich selbst zufrieden zu sein und jedem seinen Raum zu geben.

Deswegen zeigt Respekt, nehmt jedes Lieben und Leben als alltäglich und entspannt euch. Toleranz, Geduld und Akzeptanz ist etwas, was uns alle weiterbringt und irgendwann dafür sorgt, dass es in jedem Kindergarten Kinder mit schwulen oder lesbischen Eltern gibt. Dass in jedem Verein die Eltern aus zwei Mamas oder Papas bestehen und dass selbst der Chef aus der Stahlindustrie ohne Imageprobleme sich outen kann. Verurteilt nichts, nur weil ihr es als fremd empfindet….so fremd ist es nämlich nicht. Ihr habt doch auch Sex…oder???