Erkenntnis wolkenlos

Manchmal lockt das Glück dich einfach nur an, um letztlich einen riesen Haufen Scheiße über dich zu schütten.
Einfach so…

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Spiegel

Es gibt diese Tage, an denen ich mich vor mir selbst fürchte. Wo ich vor dem Spiegel stehe und mich frage: „Bist du das wirklich? Erkennst du dich noch?“ – Wer bin Ich? Diese Tage, an denen man der größte Idiot ist. Alte Verletzungen brechen auf, diese Wunden, die noch nicht ganz geheilt sind und machen dich schwach. Du schreist auf, weil sie schmerzen, aufgerissene Erinnerungen sich in eine Situation hineinwerfen und vortäuschen, sie seien Gegenwart. Und plötzlich reagiert man ganz anders als man eigetlich wollte. Selbstschutz schimpft sich dieses Verhalten. Keiner soll sehen, wie verletzt man ist, wie schwach in diesem Moment.
So viel Angst steckt dann in mir, so viel Unsicherheit. Ich fürchte mich vor weiteren Verletzungen und werde selbst zu jener, die verletzt.
Lass mich das Arschloch sein bevor du mich auf dem falschen Fuß erwischst! Wie einfach scheint es doch, den Spieß umzudrehen.

Dort stehe ich und sehe in den Spiegel. Bin ich bereit für das, auf das ich mich einlasse? Ich will es nicht aufgeben, will es nicht wieder hergeben. Und doch bin ich noch so voller Schaden, so gebrochen und zerrissen in mir. Empfindlich. Sensibel. Verängstigt. Deine Arme schlingen sich um mich und halten mich…in diesen Momenten könnte die Welt untergehen und es würde mich nichts angehen, ich würde mich sicher fühlen in deinen Armen. Aber was wäre wenn ich mir nur ein Trugbild erschaffen habe? Bist du wirklich die, die ich sehe? Bin ich wirklich die, die du siehst? Wer bin ich? Wer bin ich, zu verlangen, dass du mich kennst, in mein Herz sehen kannst ohne dass ich ein Wort sage? Die Wortlosigkeit ist manchmal Verderben und zugleich Segen. Ich möchte Schweigen und Schreien zugleich, Reden und Stumm sein in einem. Lies meine Augen, sieh meine Gesten. Lies meine Worte, sieh mein Lächeln. Versteh‘ mich…kannst du mich verstehen?

Der Spiegel. Manchmal glaube ich, feine Risse in ihm zu sehen. Aufgespaltene Zwischenräume der Unsicherheit. Ich würde sie so gern kitten, ich würde so gern vergessen können. Glaubst du mir? Kannst du mich verstehen? Ich will heilen, um nach vorn sehen zu können. Loslassen vom Alten, um im Neuen das Glück zu finden. Glück…was ist Glück..? Nenn mir eine Zahl und ich sage es dir.
Irgendeine…
Ich beanspruche es nicht für mich. Wer das Glück einfangen will, der scheitert an dessen Freiheitsdrang. Das Glück will fliegen, es will wandern und gleiten auf den Wolken der Welt. Es will strahlen für alle und einem jeden kurz in den Rippen kitzeln. Es lässt sich nicht einsperren, lässt sich nicht personalisieren. Es gehört sich selbst und allen anderen, jedem einzelnen auf dieser Erde. Und doch möchte ich so gern ein Stück davon abhaben…ohne Angst, ohne Vorbehalte.

Glück.
Ich will…
Ich möchte…
Nur ein Kuss. Und ich vergesse alle Sorgen und Ängste wieder…bersten hinweg wie der Spiegel mit den Rissen.

Versprochen

 

Schattenschlacht

Du stellst dich Geistern von gestern, um den Kampf gegen das Morgen gewinnen zu können…

Ich sehe derzeit so viele Menschen, die mit sich, der Welt oder ihren Problemen kämpfen müssen. Sehe so viele Schwierigkeiten auf deren Weg, so viele innerer Zweifel, Tränen, Frustration. Ich sehe und sehe doch nicht…oder kann schlichtweg nicht helfen. Wie soll ich dich auffangen? Wie kann ich dir helfen? Lass mich dir aufhelfen, doch abnehmen kann ich dir dein Gewicht nicht. Ich schenk dir mein Ohr, doch nicht meinen ganzen Körper, der die Arbeit für dich erledigt. Ich bin da, aber nicht die Lösung des Ganzen.
Sie alle tragen ihr Bündel, zwischen den Zähnen, knirschend und knackend. Knisternd strömt die Unruhe durch sie hindurch, lässt sie vibrieren. Und ich mittendrin. Jetzt, wo es mir gut geht, sehe ich wieder. Sehe und spüre, fange jedes kleine Maß an Ungerechtigkeit, an Leid, an Kummer auf. Ja, ich höre euch, ja, ich spüre es! Verdammt wie ich es spüre… Ich frage und frage mich, warum und wieso? Ich zeige ihnen kleine Farbenkleckse in der Welt und trotzdem: Tränen und Leid, Kummer und Angst. Ich lache mit ihnen, ich zeige ihnen, dass da jemand ist, der an sie denkt. Gesten der Freundschaft. Und doch schmerzt ihnen jeder Moment, in der sie mit ihrer Schattenseite alleine sind. Geister und Dämonen im Kopf, die es einem leicht machen, die Welt ungerecht zu empfinden. Dunkle, langgezogene Kreaturen, sich einbrennend in die Gehirnwindung; sie reden einem alles Schlechte ein: Du bist nichts wert…du bist nicht attraktiv…du wirst es zu nichts bringen…du bekommst doch eh nie jemanden ab…du wirst das doch sowieso nie schaffen….Du bist NICHTS, NICHTS, NICHTS!!!!
Und ich mittendrin. Zwischen dem Schönen und Schlechten. In meinem eigenen Kampf verwickelt, den ich mal weniger, mal besser bestreite. Selbst im Winter derzeit sehe ich die Sonnenseiten, erfreue mich meines Lebens…und würde es so gern teilen. Ich zeige und deute, ich sage: „Hey, sieh dir diesen Abendhimmel an! – Siehst du dort den wunderschönen Mond heute Nacht? – Weißt du eigentlich, wie wunderschön du bist? – Weißt du eigentlich, wie dankbar ich bin, dass es dich gibt?“
Sind es nicht mehr die kleinen Gesten? Sind sie zu klein, die ich vergebe? Muss ich größer werden? Wie schaffen, ohne in der Aufopferung zu enden…? Wie? Sagt mir wie und ich tue es! Ich will euch wieder lachen sehen, will euch ohne Sorgen im Gesicht treffen, will meine Zeit mit euch verbringen ohne darüber nachzudenken, ob immer noch eure Schatten an euch nagen…

Manchmal ist es nur eine Kleinigkeit, die uns wieder aufbaut. Bei mir war es heute schlicht das Ansehen eines Videos von Babies, die lachen. Kinderlachen in seiner reinsten Unschuld. Nein, es löst nicht meine Probleme, nein, es wird deswegen nicht die Welt morgen anders sein. Aber es zeigt mir, dass die Welt doch gut ist, wie sie ist. Dass es Schönes auf ihr gibt, Dinge, die man erleben sollte, die man gesehen haben sollte. Werte, die man behalten sollte, um glücklich zu sein. Und ja, selbst wenn ich einen schlechten Tag hatte, so weiß ich eines: Ich bin glücklich derzeit. In meinem Leben, wie es ist und sein wird. Ich bin glücklich…nehmt mir das erstmal…

Wenn

Was wäre, wenn…
Wenn für einen Moment die Angst völlig sich verkriecht und du einfach losgehst…schlichtweg in die Höhle des Löwen? Stellst dich dem ganzen ohne Furcht und ohne Gänsehaut auf deinen Armen. Wenn du einen Moment schlichtweg alles um dich herum ignorierst und du deinem Instinkt folgst? Was wäre, wenn dich nicht interessiert, was der Rest der Welt über dich denkt…?

Was wäre wenn…
Ein Mensch dich einfach in den Arm nimmt und du weinen kannst? Du keine Scheu vor der Trauer und deinem Leid hast? Wenn alles rausströmt, der ganze Dreck in dir, das, was du so lange aufgestaut hast. Alles fließt hinaus und du schämst dich dessen nicht; weil du dich so sicher in diesen Armen fühlst, weil es genau richtig ist, Jetzt und Hier. Was, wenn du keine Angst hättest, verletzt und ausgenutzt zu werden in diesem Moment und du einfach und schlichtweg weinen kannst?

Was wäre wenn…du ohne Scheu Lachen könntest? Laut und schallend, aus tiefstem Herzen einfach heraus. Egal, was die Leute denken, egal, wie irritiert sie wohl schauen dabei. Wenn du einfach nur lachst, weil du es möchtest und dir egal ist, ob es angepasst ist oder nicht: In der Kirche, bei einer traurigen Szene im Kino, in der Oper oder beim Arzt im Wartezimmer. Was, wenn du einfach lachst und dabei eventuell sogar andere damit um dich herum ansteckst? Was, wenn du ein Lachen in die Welt sendest?

Was wäre wenn…
ich einen Moment vergessen habe, was das letzte Jahr so passiert ist. Diese ganzen Turbulenzen, diese ganze Berg-und Talfahrt. Sie ist weg, weil es mir gerade so gut geht. Weil ich lebe, weil ich atme, weil ich lache. Ich liebe und weine, ich fühle und gebe, ich schenke und erwarte nicht. Ich sage Danke, ich lächel…Ich ärger mich und verwerfe es im nächsten Moment. Stress macht krank, zu lange musste dieser Lernprozess in mir arbeiten. Ich habe gebraucht, um zu lernen und nun gehe ich weiter, in das neue Jahr und hoffe darauf, das Gelernte nicht zu vergessen. Ich will weiter lachen und leben, will fühlen und lieben, will geben und schenken und weiter auch erhalten…will auf mich Acht geben und Ruheoasen schaffen. Ich will wieder sein, wer Ich bin. Vielleicht sogar ein Stück weit besser als zuvor.
Ich bin nicht perfekt, muss beispielsweise noch Vergebung lernen in bestimmten Bereichen meines Lebens. Doch ich verzweifel nicht und lasse diese Pfähle der Mahnung noch einige Zeit stehen, bis ich weiß, dass ich mich daran wagen kann. Wenn ich die Kraft dafür habe, wenn ich einfach und schlichtweg soweit dafür bin.

Was wäre wenn…
Das Leben einfach lebenswert ist…und du es dazu machen kannst…?

Ich wünsche allen einen guten Start in das neue Jahr 2013.
Gestalte dein Leben, sei neugierig, bleib optimistisch…es lohnt sich.

Suche

Ich hatte heute einen Karotten-Ingwer-Ananas Saft…und das war es dann auch schon von der Fraktion des gesunden Ernährens. Ich wollte ganz geschickt gegen die anfängliche Erkältung in mir angehen…tja, und dann seh ich auf den Verlauf des Tages und frage mich, wie sehr diese Vitaminbombe nun helfen wird, dass ich gesund bleibe. Pünktlich zum Schulstart ne Erkältung wäre schon echt derbst blöd. Vor allem, da es in unserem Schulraum immer so kalt ist und die Heizung ewig und drei Tage zum Aufwärmen braucht. Tjaja, der Herbst ist da…

Und mit ihm eine Menge an neuen Eindrücken und Erfahrungen. Wie war also nun mein Sommer? Ich würde nicht behaupten, dass es der Sommer meines Lebens war, würde nicht sagen, dass ich ihn genau so wieder einmal erleben will. Nein. Ich verfluche ihn auch nicht, schicke ihn nicht zum Teufel. Irgendwie war er da und schlich sich weiter, an mir vorbei. Unscheinbar und doch einprägend. Geb mir einen Pinsel in die Hand und ich wüsste nicht, was ich malen solle. Ich kann das Bild der letzten Zeit nicht wiedergeben, kann es nicht zeichnen. Wie war mein Sommer? – Ich geb dir den Pinsel in die Hand und sage einfach nur: Mal es für mich…
In letzter Zeit beobachte ich Gesichter, beobachte Menschen. So viele von ihnen sind unzufrieden und traurig, so viele sind bereits grau geworden, obwohl erst die ersten Regentage auftauchten und die Sonne sich doch immer wieder durchsetzt. So viele…und ich frage mich warum. Warum? Es gäbe so vieles, an dem man sich freuen könnte. Manchmal lässt man sich zu leicht runterziehen, manchmal folgt man dem allgemeinen Tross der Emotionen. Ich will aber nicht. Lasst mich einfach mich sein. Natürlich bin ich wie ihr. Ich bin Mensch… nicht mehr, nicht weniger. Aber gönnt mir das Glück, nur einmal, unmittelbar und pur. Gönnt mir das Lachen und Hoffen, die Sonne und den Blick auf die Zukunft. Gönnt mir das Leben.
Was wäre wenn… Wenn es morgen nicht gäbe? Es ist die altbekannte Frage, doch manchmal stelle ich sie mir. Ich weiß nur, ich würde eines bereuen: Dass ich jemand bestimmten nicht in der Nacht zuvor in meinen Armen halten konnte. Einfach nur halten, einander nah sein. Ein simpler Wunsch?

Ade Sommer…alles was nun kommt, wird wieder mit grauen Morgen beginnen und mit Heimkehr im Dunklen. Ich bin nicht erpicht auf diese Jahreszeit, aber ich werde versuchen, das Beste in ihr zu sehen. Der Tross kann mich dieses Jahr vergessen. Ich werde das Glück suchen… und gleichzeitig darauf warten. Weil ich Mensch bin…weil ich lebe.